OT: Das Deutsche Olympische Saftblog

Donnerstag, 21. Dezember 2006
Da es am Montag beim Thema Unternehmen und Web 2.0 kurz angerissen wurde, hier die kurze Geschichte des Saftblog:

E-Business-Consultant Martin Röll geht mit dem Geschäftsführer der Kelterei Walther, Jörg Holzmüller, Mittagessen und testet einige Säfte. Dabei erzähle Röll auch von Blogs, Holzmüller ist zunächst skeptisch. Zwei Jahre später (ohne Beratung durch Röll) startet seine Geschäftsführer-Kollegin Kirstin Walther das Saftblog und berichtet dort zusammen mit Holzmüller über die Kelterei, ihre Mitarbeiter, Säfte und auch einiges anderes. Der Erfolg bleibt nicht aus, der Umsatz steigt, die Kunden sind zufrieden.

Im Februar 2006 ist der Beginn der Olympischen Winterspiele in Turin Thema - mit Abbildung der olympischen Ringe. Auch eine Nachbetrachtung zu den Spielen gibt es. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB, ein Zusammenschluss von Deutschem Sportbund und Nationalem Olympischen Komitee) findet das gar nicht witzig und schickt im Dezember 2006 eine Abmahnung an die Saftblogger. Der Vorwurf: Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung, Irreführung, Markenrechtsverletzung. Hintergrund ist (vermutlich) das "Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen", das dem DOSB die alleinigen Vermarktungsrechte an den olympischen Ringen und anderen olympischen Bezeichnungen einräumt. Genaue Gründe für die Abmahnung sind aber nicht bekannt, die 17 Seiten lange Abmahnschrift ist nicht veröffentlicht. Dennoch oder gerade deswegen: Die Blogosphäre tobt.

Marketing-Blogger Frank Herold wollte helfen und vermitteln. Heraus kam ein Statement des DOSB-Pressesprechers Michael Schirp:

Lieber Saftblog, liebe Blogosphäre,...
...wenn einer eine Marke hat, dann kann er was erleben. Da gibt's Trittbrettfahrer - die gibt's gar nicht. Wir meinen nicht die Schule, die Sommerspiele ausrichtet. Oder den Gastwirt, der den Olympiaspieß grillt. Vielleicht auch nicht den guten Walther-Saft - aber leider konnten unsere Anwälte das noch nicht beurteilen. Weil sich das Unternehmen noch nicht beim Absender gemeldet hat. Schade, denn sonst hätten sie erfahren, dass es in der Vergangenheit viele Fälle gab, bei denen die Abmahnkosten deutlich gesenkt wurden, weil sich herausgestellt hat, dass es sich um einen "kleinen Fisch" handelte.


Robert Basic versteht den Vermittlungsversuch etwas falsch, aber das klärt sich schnell auf.

Nur die Sache Saftblog vs. DOSB blieb unklar, der DOSB hielt an seiner Abmahnung fest. Inzwischen scheint sich aber eine Einigung abzuzeichnen.

Und was hat das jetzt alles mit politischer Kommunikation zu tun? Nichts vielleicht. Vielleicht auch mehr. Diskutieren wir drüber?

Nachtrag 8.1.07:
Inzwischen sind DOSB und Saftblog zu einer Einigung gekommen.

Partizipation oder Illusion? - Artikel mit Tag DOSB

OT: Das Deutsche Olympische Saftblog

Donnerstag, 21. Dezember 2006
Da es am Montag beim Thema Unternehmen und Web 2.0 kurz angerissen wurde, hier die kurze Geschichte des Saftblog:

E-Business-Consultant Martin Röll geht mit dem Geschäftsführer der Kelterei Walther, Jörg Holzmüller, Mittagessen und testet einige Säfte. Dabei erzähle Röll auch von Blogs, Holzmüller ist zunächst skeptisch. Zwei Jahre später (ohne Beratung durch Röll) startet seine Geschäftsführer-Kollegin Kirstin Walther das Saftblog und berichtet dort zusammen mit Holzmüller über die Kelterei, ihre Mitarbeiter, Säfte und auch einiges anderes. Der Erfolg bleibt nicht aus, der Umsatz steigt, die Kunden sind zufrieden.

Im Februar 2006 ist der Beginn der Olympischen Winterspiele in Turin Thema - mit Abbildung der olympischen Ringe. Auch eine Nachbetrachtung zu den Spielen gibt es. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB, ein Zusammenschluss von Deutschem Sportbund und Nationalem Olympischen Komitee) findet das gar nicht witzig und schickt im Dezember 2006 eine Abmahnung an die Saftblogger. Der Vorwurf: Rufausbeutung, Urheberrechtsverletzung, Irreführung, Markenrechtsverletzung. Hintergrund ist (vermutlich) das "Gesetz zum Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen", das dem DOSB die alleinigen Vermarktungsrechte an den olympischen Ringen und anderen olympischen Bezeichnungen einräumt. Genaue Gründe für die Abmahnung sind aber nicht bekannt, die 17 Seiten lange Abmahnschrift ist nicht veröffentlicht. Dennoch oder gerade deswegen: Die Blogosphäre tobt.

Marketing-Blogger Frank Herold wollte helfen und vermitteln. Heraus kam ein Statement des DOSB-Pressesprechers Michael Schirp:

Lieber Saftblog, liebe Blogosphäre,...
...wenn einer eine Marke hat, dann kann er was erleben. Da gibt's Trittbrettfahrer - die gibt's gar nicht. Wir meinen nicht die Schule, die Sommerspiele ausrichtet. Oder den Gastwirt, der den Olympiaspieß grillt. Vielleicht auch nicht den guten Walther-Saft - aber leider konnten unsere Anwälte das noch nicht beurteilen. Weil sich das Unternehmen noch nicht beim Absender gemeldet hat. Schade, denn sonst hätten sie erfahren, dass es in der Vergangenheit viele Fälle gab, bei denen die Abmahnkosten deutlich gesenkt wurden, weil sich herausgestellt hat, dass es sich um einen "kleinen Fisch" handelte.


Robert Basic versteht den Vermittlungsversuch etwas falsch, aber das klärt sich schnell auf.

Nur die Sache Saftblog vs. DOSB blieb unklar, der DOSB hielt an seiner Abmahnung fest. Inzwischen scheint sich aber eine Einigung abzuzeichnen.

Und was hat das jetzt alles mit politischer Kommunikation zu tun? Nichts vielleicht. Vielleicht auch mehr. Diskutieren wir drüber?

Nachtrag 8.1.07:
Inzwischen sind DOSB und Saftblog zu einer Einigung gekommen.